
インタビュー - Interviews
- INTERVIEW ÜBER DEN SONG "SALT IN BLOOD" -
Frage: Wer bist du?
Kai:
Ich glaube nicht, dass man das sauber beantworten kann. Ich schreibe Songs über Dinge, die man nicht festhalten kann. Nächte, die kippen, Menschen, die sich verändern, Gefühle, die nicht verschwinden, auch wenn sie sollten. Ich bin nicht hier, um zu gefallen. Ich bin hier, weil ich nicht still sein kann.
Frage: Wie würdest du deine Musik beschreiben?
Kai:
Sie ist nicht nett, aber sie ist ehrlich. Manchmal laut, manchmal fast zu leise. Ich schreibe über das, was unter der Oberfläche liegt das, was man spürt, bevor man es versteht.
Frage: "Salt in Blood" wirkt wie ein sehr intensiver Song. Was steckt dahinter?
Kai:
Ein Moment, der zu schön ist, um wahr zu sein. Und genau deshalb falsch. Ein Festival, Musik, Sommer… und irgendwo darin merkst du plötzlich, dass etwas nicht stimmt. Dass sich die Leute verändern. Zu spät. Und ich habe einfach weitergesungen, während der Tod nach den Lebenden greift.
Frage: Du hast mehrere Cover-Versionen für "Salt in Blood" gemacht. Warum?
Kai:
Weil ein Song nicht nur eine Wahrheit hat. Jede Version zeigt einen anderen Blick auf dieselbe Nacht. Eine ist näher an dem, was passiert. Eine ist… distanzierter. Eine fühlt sich fast wie ein Nachhall an. Und die japanische Version ist anders. Leiser. Schärfer auf eine Art.
Frage: Welche Version ist die "echte"?
Kai:
Die echte ist die, die dich trifft.
Frage: Was sollen Menschen fühlen, wenn sie deine Musik hören?
Kai:
Das überlasse ich jeder Seele selbst. Jeder der meine Musik hört, betritt meine Welt. Wenn sie für einen Moment merken, dass sie nicht allein sind mit dem, was sie fühlen…dann reicht mir das.
Frage: Kannst du uns was zu den 4 CD-Cover sagen? (Von links n. rechts)
Cover 1:
Das erste Cover ist der Moment, bevor alles kippt.
Die Bühne, das Licht, die Menge, alles wirkt noch wie ein normaler Auftritt.
Aber wenn man genau hinsieht, stimmt etwas nicht. Die Körper im Hintergrund, sie bewegen sich anders. Zu gleichmäßig. Ich wollte diesen Punkt zeigen, an dem du es schon spürst, aber noch niemand reagiert. Ich singe da noch, aber ich bin nicht mehr wirklich ruhig.
Cover 2:
Das zweite ist leiser. Ich bin nicht mehr auf der Bühne, sondern näher am Boden, näher an dem, was passiert. Die Blumen sind wichtig, sie stehen für etwas Lebendiges, das nicht mehr ganz richtig ist. Die Menschen im Hintergrund wirken weiter weg, fast unwirklich. Hier beginnt dieses Gefühl, dass alles sich voneinander löst. Ich glaube, das ist der Moment, in dem ich verstehe, dass es nicht aufhört.
Cover 3:
Das dritte Cover ist der Bruch.
Hier ist nichts mehr schön im klassischen Sinn. Ich bin im Schlamm, näher an dem, was die Nacht wirklich geworden ist. Die Menge ist kein Publikum mehr, sie ist etwas anderes.
Ich wollte zeigen, dass es kein Zurück mehr gibt, egal wie sehr man es sich wünscht. Das ist der Moment, in dem ich nicht mehr nur beobachte.
Cover 4:
Das letzte Cover ist, sagen wir persönlicher. Es geht nicht mehr nur um die Nacht oder die Menge, sondern um Nähe in etwas, das eigentlich keine mehr zulässt. Zwei Körper, die sich noch festhalten, obwohl alles um sie herum falsch geworden ist. Es ist nicht klar, ob das Trost ist oder etwas, das schon verloren ist. Ich wollte, dass man nicht sicher ist, ob das Liebe ist oder Verzweiflung. Vielleicht ist es beides.
Journalist: Danke, Kai für deine Zeit.
Kai: *nickt nur*
